Der Vice President DEI bei Warner Bros. Discovery ist davon überzeugt, dass unsere Gesellschaft nur dann funktionieren kann, wenn sich jeder Einzelne so angenommen fühlt, wie er ist.
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Für die Welt von morgen erträume ich mir eine Gemeinschaft von resilienten, mit sich selbst in Verbindung stehenden, zufriedenen Individuen, die eine ebenso vielfältige wie starke Einheit bilden. Ich wünsche mir, dass wir in der Lage sein werden, den Herausforderungen unserer Zeit, insbesondere den technologischen, selbstsicher zu begegnen.
Die fortschreitende Digitalisierung hat das Leben von uns allen verändert. Sie ist faszinierend, nützlich, anstrengend, unumkehrbar. Nimmt Besitz von uns allen und hat dabei eine ganz eigene Dynamik. Aber: Was macht das mit uns als Persönlichkeiten, was bedeutet das für unsere psychische Gesundheit? Als Change Berater und Coach, als früherer HR-Chef und jetzt Verantwortlicher für Diversity, Equity und Inklusion in einem großen globalen Unternehmen habe ich Veränderungen stets mit positiver Haltung begleitet. Was mich bei der digitalen Transformation jedoch nachdenklich stimmt, ist der zunehmende Verlust der Intuition, des Wissens darüber, was uns guttut.
Der Wunsch nach Erfüllung und Selbstverwirklichung findet heute oft Ausdruck im Drang zum passiven Konsumieren, zur Selbstdarstellung, zum Sich-Vergleichen mit anderen. Das führt nachweislich zu mehr Stress, akuten Belastungsreaktionen oder gar Depression. Meine Aufgabe sehe ich darin, den einzelnen Menschen zu stärken, ihm zu helfen, seine individuellen Qualitäten und Fähigkeiten zu entdecken und zu reaktivieren. Im Unternehmen haben wir das Thema „Mentale Gesundheit“ als einen bedeutenden Faktor für unsere Kultur identifiziert.
»Ich träume von einer Gesellschaft, in der offen und frei von Stigmata über seelische Belange geredet wird«Das psychische und damit auch physische Wohlergehen unserer Mitarbeiterinnen steht im Fokus zahlreicher Initiativen. So haben wir Kolleginnen zu Mental-Health-Ambassadors ausgebildet, die als erste Anlaufstelle bei Gesprächsbedarf bereitstehen und an weitere Hilfestellen weiterleiten. Wir arbeiten mit externen Gesundheitsunternehmen zusammen, nutzen den World Mental Health Day für Aktionen und bieten Workshops an, unter anderem zu den Themen Imposter-Syndrom, Seasonal Affective Disorder oder auch zu Neurodiversität.
Damit möchten wir dazu beitragen, dass die Kolleg*innen offener über ihre Belange reden. Darüber, was sie wirklich bewegt. Und wir möchten Verständnis schaffen – zum Beispiel dafür, dass es völlig in Ordnung ist, wenn es jemanden einmal emotional schlecht geht oder wenn jemand nicht die maximale Leistung bringt, weil akute Themen zusätzliche Belastung schaffen. Mentale Gesundheit ist unsichtbar und daher oftmals schwer nachvollziehbar für Aussenstehende.
Ich träume von einer Gesellschaft, in der offen und frei von Stigmata über seelische Belange geredet wird. Denn ich bin davon überzeugt, dass unsere Gesellschaft nur dann funktionieren kann, wenn sich jeder Einzelne so angenommen fühlt, wie er ist.