Die Menschheit hat nicht nur den Verstand, sondern auch ihre Kreativität verloren, glaubt Frank Dopheide, Gründer und Geschäftsführer der Agentur Human Unlimited. In der Turi.Edition.23 erklärt er, wie er die rechte Gehirnhälfte wach kitzeln will – und was die NASA damit zu tun haben.

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Ich arbeite an einer medizinischen Revolution, um massive Durchblutungsstörungen zu beheben – denn die rechte Gehirnhälfte des Menschen ist zunehmend unterversorgt. Die Gehirne arbeiten nur noch links und logisch. Ein weltweites Phänomen, das in den Chefetagen begann und in akuter Überrationalisierung mündet. Damit verliert die Menschheit ihren einzigartigen Wettbewerbsvorteil: ihre Kreativität.

Von den 8,4 Millionen unterschiedlichen Arten auf unserer Erde ist allein der Mensch in der Lage, sich selbst und die Welt nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Ideenreichtum und Vorstellungsvermögen haben uns zu den kreativsten Wesen des Universums gemacht. Doch wir lassen diese Fähigkeit verkümmern.

»Niemand ist kreativer als Kinder im Vorschulalter. Ihr Score von 98 Prozent gilt in der Milchstraße als unschlagbar«

Kreativität ist messbar, sagt die NASA. Sie hat den berühmten Genius Score entwickelt und erkannt: Niemand ist kreativer als Kinder im Vorschulalter. Ihr Score von 98 Prozent gilt in der Milchstraße als unschlagbar. Dann kommen die Kleinen in die Schule. Als Teenager bringen sie die Mittlere Reife und einen Genius Score von zwölf nach Hause. Mit Anfang dreißig, wenn sie beginnen, Verantwortung in Firmen und Familien zu übernehmen, liegt ihr Score bei kaum messbaren zwei Prozent.

Die Menschen haben ihre Kreativität und ihren Verstand verloren. Heute muss sich jedes Unternehmen neu erfinden, hat aber keine Idee wie. Das ist das Problem.

Die Lösung: Die Logiker und Zahlendreher in den Chefsesseln müssen zuerst ran. Und genau da kommt mein Projekt für 2025 ins Spiel. „Heureka - die Kunst, Kreativität für sich arbeiten zu lassen“ ist ein Bootcamp für linksgesteuerte Managergehirne. Ein sechs Wochen langes Gehirnwäscheprogramm, das kreative Geister weckt. Denn: Auch Chefs haben eine rechte Gehirnhälfte. Kreativität kann jederzeit trainiert werden. Und wenn die Logik mit ihrem Latein am Ende ist, hat die Kreativität immer noch eine Idee.

Wenn wir es schaffen, kollektiv die Kreativität zu wecken, stehen uns großartige Zeiten bevor: Politiker hätten eine Idee, wie die Zukunft aussehen könnte. Unternehmenslenker würden Erfindungen mehr lieben als Effizienzschrauben. In der Schule wären Musik und Kunst so wichtig wie Kopfrechnen.

All unsere Sinne würden aufblühen, wir sähen die Welt mit anderen Augen. Die künstliche Intelligenz wäre kein Wunder mehr, sondern eine Rechenmaschine, deren Welt allein aus Einsen und Nullen besteht. Niemand würde sich ohnmächtig fühlen, weil schon der kleine Mensch die Gestaltungskraft und den Glauben an sich selbst entdecken würde. McKinsey, BCG, Goldmann Sachs und Co. wären uncool und Powerpoint-Charts wahre Kunstwerke. Die Welt und das Leben würden an Schönheit und Herrlichkeit gewinnen.

Die Zukunft beginnt mit einer Idee. Auch in den endlosen Weiten des Alls gilt das Gesetz, dass Logik einen nicht weiter als bis zum ersten Offizier bringt – sorry, Mr. Spock. Wenn die Crew, das Schiff oder unser Planet in Gefahr ist, kann allein der Mensch sie retten: Captain Kirks Wunderwaffe heißt Kreativität. Möge die Macht mit uns sein.