Silberstreif am Horizont: Ines Imdahl, Gründerin und Geschäftsführerin des Marktforschungsinsituts rheingold salon, entwirft in der Turi.Edition.23 eine Zukunft, in der alle Generationen gemeinsam am Steuer stehen.
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Wir schreiben das Jahr 2050. Dies sind die Abenteuer des rheingold salon, der mit seiner Besatzung angetreten ist, neue Welten zu erforschen, um das Miteinander der Generationen und das Leben der Über-50-Jährigen in eine andere Sphäre zu befördern.
Für ein besseres Zeitalter braucht es einen neuen Blick auf die Potentiale der Über-50-Jährigen. Sie machen inzwischen weit über 50 Prozent der Bevölkerung aus. Klischees und Vorurteile wurden gründlich widerlegt. Statt Reden zu schwingen und sich gegenseitig die Schuld zuzuweisen, ist es außerdem gelungen, endlich ins Handeln zu kommen. Aus dem Gegeneinander ist ein Miteinander der Generationen, der Geschlechter und letztlich der Nationen geworden – mit Warp-Antrieb.
»Innovation sprudelt aus allen Generationen. Ältere sorgen dafür, dass die Kenntnisse aus vergangenen Jahrhunderten miteinbezogen werden«Dieses neue Miteinander differenziert gleichzeitig die Potentiale der Einzelnen sehr genau. Früher wurden die Menschen zwischen 50 und 85 einfach in eine Gruppe zusammengepackt. Ab 50 war man in der (Ziel-)Gruppe der eigenen Eltern. Die sogenannten „Silver-Liner“ waren plötzlich geschlechtlos und verschwanden aus der Öffentlichkeit. Bereits ab 50 kaum noch präsent in den Medien, ab 60 wurden sie von Gesellschaft wie Unternehmen in den Ruhestand versetzt.
„Lebens-Aufgabe“ hatte damals einen anderen Sinn. Man musste ab einem bestimmten Alter einen Großteil des Lebens aufgeben, ob man wollte oder nicht. Wurde als unbeweglich, technologiefern und irrelevant abgestempelt. Heute hat jeder seine persönlich sinnvolle Lebensaufgabe, die zur Gesamtgemeinschaft beiträgt. Und zur Lebensverlängerung. Die gesunde 100 ist keine Seltenheit mehr. Massenweise kreative und innovative Impulse kommen aus dieser Gruppe. „Wir partizipieren nicht an der Zukunft, wir sind die Zukunft“ – sagt lachend eine Frau Mitte 50, als sie an Deck kommt.
Innovation sprudelt aus allen Generationen. Ältere sorgen dafür, dass die Kenntnisse aus vergangenen Jahrhunderten miteinbezogen werden. Hand in Hand mit der Jugend, die nicht mehr abgetrennt vom Erwachsenenalltag lebt, sondern sich überall einbringt.
Das technologische und digitale Potential wird längst nicht mehr in kriegerische Auseinandersetzungen investiert, sondern in Wettbewerbe, die die Zukunft der Menschen noch attraktiver machen.
Genießen ist wichtiger geworden. Es ist an die Stelle des schnellen Überkonsums getreten. Lebensbejahende statt zerstörerischer Umfelder sind selbstverständlich geworden. Körper, Geist und Seele der Menschen sollen einen befriedigenden Unterhalt erfahren. Ernährung, Bewegung, Musik, Kunst sowie viel inniger Kontakt zu anderen Menschen bilden die Basis. Besonders relevant ist dabei ein lebenslanger Erhalt von persönlicher Bedeutsamkeit innerhalb der menschlichen Kultur. Die höhere gesunde Lebenserwartung wird als persönliche und gemeinschaftliche Leistung angesehen.
„Wir sind nicht hier, um zu überleben“, erklärt ein älteres Teammitglied, „sondern um dem Leben zu besserem Gedeihen zu verhelfen.“ Dazu müssen wir mutig das Potential der gesamten Menschheit heben. Wir können nur zusammen mit den Über-50-Jährigen eine hoffnungsvolle Geschichte schreiben und durch die unendlichen Weiten der Zukunft navigieren. Kommen Sie an Bord. Denn: Die beste Art, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie selbst zu kreieren.