Schritt für Schritt Richtung Utopie: Die Geschäftsführerin und Marketingchefin der Online-Marketing-Rockstars Isabelle Gardt sucht in der Turi.Edition.23 nach Wegbegleiter*innen.

Vorstandssitzungen mit 60 Prozent Frauenanteil sind Alltag in unseren DAX-Konzernen. Deine Tochter zeigt offen ihre Wut, wenn sie in der Schule unfair behandelt wird. Dein Sohn weint vor seinen Freund*innen, weil er traurig ist. Es ist im Job und im Alltag egal, wen du liebst, woher du kommst und wie du aussiehst.Eine Utopie? Unerreichbar?

Habe ich dich jetzt schon verloren? Vielleicht, weil dir das mit den Vorständinnen und wütenden Kindern nicht so wichtig ist? Vielleicht, weil dich das Gendersternchen nervt? Das ist okay. Aber lass mich dich trotzdem mitnehmen in meine ganz persönliche Utopie – vielleicht bekommst du dann auch Lust darauf.

Derzeit sind 25 Prozent der DAX-Vorständ*innen Frauen. Nur 19 Prozent der Gründer*innen sind Frauen. Und 44 Prozent der Frauen schrecken davor zurück, Karriere mit Kind zu machen. Das ist nicht die Welt, in der mein Kind aufwachsen soll. Da muss mehr gehen in Sachen Gleichberechtigung.

 »Oft war ich als einzige Frau im Raum trotz harter Arbeit Vorurteilen und Unverständnis ausgesetzt. Aber es war für mich trotzdem leichter als für viele andere Menschen da draußen«

Zur Einordnung: Ich bin eine weiße cis-Frau, 33 Jahre alt, habe studiert und führe heute ein Unternehmen. Natürlich war nicht immer alles einfach und so geradlinig, wie sich das im Nachhinein anhört. Oft war ich als einzige Frau im Raum trotz harter Arbeit Vorurteilen und Unverständnis ausgesetzt. Aber es war für mich trotzdem leichter als für viele andere Menschen da draußen.

Mir meinen eigenen Privilegien bewusst zu werden und sie zu hinterfragen – das hat gedauert und ist eine tägliche Aufgabe. Es hat mir geholfen, meine Stimme für meine Vision einzusetzen. Neben den am Anfang angeschnittenen Punkten dreht sich meine Vision um die Medien- und Kommunikationsbranche. In der Werbung soll nicht mehr nur die perfekte, reiche, weiße Familie gezeigt werden, in Magazinen soll es nicht mehr darum gehen, wer zu dick oder zu dünn ist. Die nächste Diät soll keine Zeilen mehr wert sein. Und auf TikTok, X und Instagram sollen Menschenfeinde nicht mehr Likes und Shares bekommen als Personen, die wirklich an einer besseren Welt arbeiten.

Noch da? Dann hilf mit. Im Kleinen, in deinem Unternehmen, vernetz dich mit anderen, such dir Unterstützung. Auch Austausch ist wichtig, rund ums OMR-Festival oder einfach so auf LinkedIn und Co. Denn wenn wir kleine Schritte Richtung Utopie gehen wollen – dann geht das nur zusammen.