Technologie statt Tier: Eric Demuth, Gründer der Handelsplattform Bitpanda, wünscht sich ethische Alternativen zu tierischen Produkten aus Massentierhaltung. Für die Turi.Edition #23 träumt er gemeinsam mit Hündin Piccolina davon, wie die aussehen könnten.
Wenn ich auf meinem Sofa liege und mit meiner Hündin Piccolina ein kleines Nickerchen halte, dann träume ich von einer Welt, in der Tiere nicht mehr für unsere Bequemlichkeit leiden müssen.
Trotz meiner kritischen Haltung gegenüber Massentierhaltung bin ich kein Veganer – Fleisch ist für mich heute ein Luxusgut, das bewussten Konsum verlangt. Jeder Bissen Fleisch erinnert daran, dass dafür ein Lebewesen sein Leben ließ. Keine beliebige Ware, sondern ein Lebewesen mit Empfindungen. Fleisch als Massenprodukt zu betrachten, ist verstörend und respektlos. Wir lernen viel zu wenig darüber in der Schule, wie intelligent und sensibel die sogenannten „Nutztiere“ – was ohnehin schon ein perverser Begriff ist – sind.
Die Zustände in Mastbetrieben sind erschütternd. Tiere verbringen ihr Leben auf Vollspaltböden, eingepfercht und gestresst, ohne je ein artgerechtes Leben zu kennen. Wer ihre Panik auf dem Weg zur Schlachtung einmal gesehen hat, erkennt den Widerspruch: Wir wollen billiges Fleisch, aber blenden das Leid aus. Verpackungen mit fröhlichen Tieren im Supermarkt suggerieren Bequemlichkeit und verhindern das Auseinandersetzen mit der Wahrheit.
Dieses Problem allein durch Empathie lösen zu wollen, ist unrealistisch. Stattdessen brauchen wir technologische Alternativen wie Laborfleisch, das tierleidfrei, kontrolliert und in perfekter Qualität erzeugt wird. Menschen sind preisgetrieben, und genau dort liegt die Lösung: Nur wenn Laborfleisch günstiger und besser ist, wird es die konventionelle Fleischproduktion verdrängen. So ist es bei jeder Technologie.
Die Zukunft liegt in Innovationen, die ethische Alternativen schaffen und Wohlstand ohne Ausbeutung ermöglichen.