Foto: Marina Rosa Weigl, Lesezeit: 2 Minuten

Die nächsten machen's besser: Die Generation Alpha bringt endlich die Liebe zurück in den Diskurs im Netz, glaubt Matthias Daniel, Chefredakteur und Publisher des Journalisten-Magazins Journalist. Für die Turi.Edition.23 singt er ein Loblied auf die Jugend von heute.

Vielleicht wird ja gar nicht alles immer schlimmer. Hate Speech, Populismus, Hass, Fake, Beleidigung. Der Kampf um die Kommunikationshoheit wird mit harten Bandagen geführt. Aber: Wir sind nicht dazu verdammt, uns auf Ewigkeit zu beschimpfen und beschimpfen zu lassen. Zu provozieren und provoziert zu werden.

Man könnte ja auch einen optimistischen Blick in die Zukunft wagen. Warum? Ich habe eine zehnjährige Tochter, deren Medienkompetenz ist besser als die der meisten Twitter-User. Meine Tochter kann Signal bedienen und weiß, dass WhatsApp eigentlich erst ab 13 Jahren ist. Die Generation Alpha postet keine privaten Bilder auf Insta und kann Teams-Chats moderieren. Die Generation Alpha weiß, welche Gefahren von Algorithmen und KI ausgehen, und dass es Mechanismen gibt, Fake und Manipulation zu erkennen.

»Die Aggrogesellschaft sind wir. Nach uns könnte es besser werden«

Derweil versuchen die Eltern der Generation Alpha, eine ernsthafte Diskussion auf Twitter zu führen und posten das nächste Konferenz-Selfie auf LinkedIn. Die Aggrogesellschaft sind wir. Nach uns könnte es besser werden.

Ich kann mit dem Lamento über die jungen Leute nichts anfangen. Die jungen Leute heute haben so viel mehr Skills als wir. Sie sind meist besser ausgebildet als wir, sie sind smarter und empathischer als wir, sie werden groß in einer Welt, die ihnen mit der Klimakrise ungefragt eine verdammt große Herausforderung vor die Tür gestellt hat. Diese jungen Leute wissen, wie man sich im Internet benimmt, verhält, auf einander achtet. Es lebe die Kommunikationsgesellschaft: Nach Hate Speech kommt Love Speech.

Seid schon mal nett zueinander!