Braucht Europa eine eigene Technologie-Plattform? Unbedingt, sagt Andrea Wasmuth. In der Turi.Edition.23 beschreibt die Chefin der Dieter-von-Holtzbrinck-Mediengruppe, wie das Handelsblatt die aufbauen will.
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Unsere Welt ist geprägt von Technologien, die alles durcheinanderwirbeln. Und Europa droht, den Anschluss zu verlieren an die führenden Wirtschaftsnationen USA und China und von anderen, aufstrebenden Regionen überholt zu werden. Dabei erfüllt Europa alle Voraussetzungen, um innovativ und wettbewerbsfähig zu bleiben. Doch dafür müssen die wichtigen Akteure aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft ihre Stärken bündeln, Kooperationen eingehen und an gemeinsamen Zielen arbeiten.
Mein Traum ist es, dass unsere Initiative TECH by Handelsblatt die Plattform dafür schafft. Die TECH (Technology Experience Heilbronn) soll zur technologischen Herzkammer Europas werden. Eine Plattform für den Austausch über Europa als Innovationsstandort, auf der durch offene Diskussionen, Vernetzung und Kollaboration der führenden europäischen Technologieexperten- und expertinnen echter Wandel entsteht. Auf der ein Rahmen für eine Infrastruktur geschaffen wird, die strategische europäische Schlüsseltechnologien fördert und die Resilienz gegenüber geopolitischen Herausforderungen stärkt. Kurz: ein Ort, an dem Zukunft gemacht wird.
Im Rahmen der TECH sollen Strategien für die nächsten Jahre definiert und gemeinsame, konkrete Lösungen entwickelt werden. So wie Davos für die Weltwirtschaft und die Münchner Sicherheitskonferenz für die Sicherheit steht, soll TECH by Handelsblatt das europäische Zentrum für Technologie und Innovation werden.
»Unsere Welt ist geprägt von Technologien, die alles durcheinanderwirbeln. Und Europa droht, den Anschluss zu verlieren«Kann das wahr werden? Ich sehe eine echte Chance, wenn sich die besten Köpfe Europas vernetzen. Wenn sie Wissen teilen und mutig neue Wege gehen. Dann können wir mit der TECH einen spürbaren Impuls setzen, den technologischen Fortschritt voranzutreiben und eine starke europäische Innovationslandschaft zu schaffen.
Doch ich weiß auch, dass diese Idee kein Selbstgänger ist. Es ist gut möglich, dass wichtige Partnerschaften und Projekte nicht zustande kommen, weil Einzelinteressen vor gemeinsamen Zielen stehen. Es kann auch gut sein, dass wir uns an der Idee, eine europäische Technologie-Plattform auf die Beine zu stellen, verheben.
Ohne den Mut, Neues zu wagen und alte Strukturen zu überwinden, bleibt TECH womöglich nur eine Plattform unter vielen, ohne die Kraft, wirklich etwas zu bewegen. Aber wir werden alles dafür tun, unsere Vision wahr werden zu lassen. Uns ist bewusst, dass ein solches Vorhaben nicht über Nacht und mit gutem Willen allein umgesetzt wird. Wir werden Zeit, Leidenschaft und Ressourcen investieren. Wir haben starke Partner an unsere Seite. Und wir planen langfristig.
Ein solcher Impuls braucht klare Visionen, Entschlossenheit. Und vor allem: die Bereitschaft zur Zusammenarbeit auf allen Ebenen. Wenn uns das gelingt, kann TECH nicht nur Plattform sein, sondern Bewegung werden. Und so dazu beitragen, die technologische Zukunft Europas zu sichern.