Auf Trab: Eva-Maria Bauch bringt als Informatikerin und Chefin der Mediengruppe Oberfranken Technologie und Journalismus in Gleichschritt. Wie, das beschreibt sie in ihrem Gastbeitrag für die Turi.Edition.23.
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Beim Laufen finde ich die Zeit, den Blick in die Ferne zu richten und meine Gedanken schweifen zu lassen. Schritt für Schritt entfaltet sich vor mir eine neue Welt. Eine, in der Journalismus und Technologie eine Symbiose eingehen, die weit über das hinausgeht, was wir heute kennen. Künstliche Intelligenz war der erste Schritt – aber was kommt danach?
Die Art und Weise, wie wir Informationen suchen, verarbeiten und verbreiten, wird sich grundlegend verändern. Und es ist an uns, diese Veränderung aktiv zu gestalten.
Meine Vision? Eine Kommunikationsgesellschaft, in der Diversität nicht nur ein Schlagwort, sondern gelebte Realität ist. Ich träume von einem Journalismus, der lokal verwurzelt bleibt und dennoch die Möglichkeiten neuer Technologien vollständig ausschöpft. Ein Journalismus, der über alle Kanäle hinweg zugänglich ist – sei es in der realen Welt, im Web3 oder in einer noch nicht erdachten, virtuellen Realität. Wir stehen vor der Herausforderung, nicht nur Inhalte zu liefern, sondern auch Räume zu schaffen, in denen sich Menschen sicher fühlen, ihre Meinungen zu äußern und ihre Perspektiven zu teilen.
»Was wäre, wenn wir in naher Zukunft Nachrichten nicht nur lesen oder sehen, sondern sie erleben, fühlen und darin eintauchen können?«Ein Projekt, das mir besonders am Herzen liegt, ist die Integration von KI und diversitätssensiblen Inhalten in unsere redaktionellen Prozesse. Mithilfe intelligenter Technologien können wir nicht nur personalisierte Nachrichten anbieten, sondern auch sicherstellen, dass verschiedene Stimmen und Perspektiven Gehör finden. Doch das ist nur der Anfang. Was wäre, wenn wir in naher Zukunft durch immersive Formate, wie dem Metaverse, völlig neue Erlebnisräume für den Journalismus schaffen könnten? Wenn wir Nachrichten nicht nur lesen oder sehen, sondern sie erleben, fühlen und darin eintauchen können?
Die Herausforderung liegt dabei nicht nur in der technischen Umsetzung, sondern auch in der Sicherstellung, dass unsere Werte von Transparenz und Vielfalt in diesen neuen Räumen bewahrt bleiben. Wir stehen vor der Aufgabe, Vertrauen in eine zunehmend digitalisierte Welt zu schaffen – das ist die Herausforderung, aber auch die große Chance.
Denn eines ist sicher: Die nächste große Transformation wird nicht von Maschinen allein getrieben, sondern von der Menschlichkeit und der Kreativität, die uns antreibt.