Ob öffentlich-rechtlich oder kommerziell: Eigentlich teilen alle Medienbieter eine Mission, glaubt Reinhard Hild, Geschäftsführer von MDR Media. Warum und wie er alle auf dem Weg in die Zukunft in ein gemeinsames Boot holen will, erklärt er in der Turi.Edition.23.
Wie Martin Luther King schon sagte, I have a dream today: Dass unsere Medienlandschaft in Zukunft nicht mehr aus einzelnen Lagern besteht, sondern dass wir eine Brücke zwischen den öffentlich-rechtlichen und den privaten kommerziellen Medienanbietern schlagen.
Dass wir eine gemeinsame Mission teilen – die Menschen zu informieren, zu bilden und zu unterhalten. Dass die Zukunft unserer Medien nicht in den Händen weniger, sondern in der Zusammenarbeit vieler liegt, die verstehen, dass die Freiheit der Medien eine gemeinsame Verantwortung für eine funktionierende Demokratie ist.
Ich träume von lagerübergreifenden Bündnissen und Media-Plattformen, die frei von ideologischen Grenzen sind. Denn nur so kann eine gemeinsame, pragmatische Zusammenarbeit von öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk- und Printanbietern zu besten Inhalten und maximaler Reichweite führen. Diese Allianz würde eine breite Plattform für Nachrichten, Bildung und Unterhaltung schaffen, die das Beste aus beiden Welten vereint – journalistische Tiefe und kulturelle Vielfalt.
Öffentlich-rechtliche und private kommerzielle Medienanbieter sollten sich zu einer „Mediaallianz“ zusammenschließen, die gemeinsame, innovative Projekte fördert, den hiesigen Standort stärkt und große Reichweiten ermöglicht.
Damit die verfügbaren Reichweiten optimal monetarisiert werden können, gründen sich überall gemeinsame Vermarktungs- und Datenallianzen für mehr Marktmacht im international fragmentierten Medienumfeld. Denn erst durch die Bündelung zu einem großen Inventarangebot kann durch Synergien etwa Kosteneffizienz entstehen. Das steigert auch die Transparenz für die werbungtreibenden Unternehmen.
Aktuell wird das Online-Inventar vor allem durch die Big-Tech-Plattformen bedient und monetarisiert. Es findet sich kein einziges vergleichbares, einheimisches Unternehmen am Markt. Diese polarisierende Übermacht der Big-Tech-Unternehmen wird in meinem Traum durch mehr Wettbewerb und mehr Verantwortungsübernahme begrenzt – zum Beispiel mit der Haftung für strafbare Inhalte.
Genau hier setzt mein Traum an: Mit einem gemeinsamen Audio- und Video-Buchungssystem hätten werbungtreibende Unternehmen mit nur einer Buchung und Bezahlung Zugang zu einem vielfältigen Inventar-Netzwerk von TV- und Radiostationen – sowohl öffentlich-rechtlich als auch privat kommerziell. Die Nutzung von KI für Datenanalysen könnte sicherstellen, dass die Werbeplätze bestmöglichst verteilt werden – bezogen auf das Zielpublikum, die Reichweite und andere Faktoren. Mit der gemeinsamen Onlineplattform audioXchange von RMS und ARD Media ist schon heute der Grundstein dafür gelegt. Let’s start dreaming!