Die Chefin der AGF Videoforschung, die Daten zur Nutzung von Bewegtbild sammelt, wünscht sich eine Medienlandschaft, die nicht nur die Demokratie unterstützt, sondern sie in ihrer Vielfalt stärkt.

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Wenn ich die Augen schließe und mir die Zukunft der Medien vorstelle, sehe ich eine Welt, in der Vielfalt, Innovation und Transparenz Hand in Hand gehen. Eine Mediengesellschaft, in der jede Stimme gehört wird und jedes Format, sei es groß oder klein, seinen Platz hat. Aber wie schaffen wir eine solche Welt?

Meine Vision dreht sich um Standards. Ja, das klingt im ersten Moment vielleicht nicht so auf- regend. Aber: Standards sind die unsichtbaren Helden der Medienwelt. Ohne sie können wir keine Vergleichbarkeit schaffen. Sie sind der Schlüssel, um den Erfolg von Inhalten mess- und nachvollziehbar zu machen. Vor allem aber sorgen sie dafür, dass auch kleinere, lokale Angebote im Wettbewerb bestehen können – und das ist essentiell für die Demokratie. Medienvielfalt ist nichts Geringeres als der Spiegel einer pluralistischen Gesellschaft.

Die Zukunft der Medienlandschaft wird jedoch nicht nur durch den technischen Fortschritt gestaltet. Sondern vor allem durch die Menschen, die die Technologien nutzen. Der technologische Wandel verändert radikal, wie wir Inhalte konsumieren. Streaming-Dienste, soziale Netzwerke und digitale Platt- formen konkurrieren mit traditionellen Medien oder ergänzen sie. In dieser neuen Welt ist es wichtiger denn je, dass wir die Nutzung der Angebote transparent und neutral messen können. Unsere Aufgabe als AGF ist es, einen Teil des Medienmarktes durch verlässliche Daten vergleichbar zu machen und Innovationen zu fördern.

Doch das ist nur der Anfang. Denken Sie an eine Welt, in der jede Idee, jedes kreative Format – egal wie klein oder experimentell – die gleichen Chancen hat, entdeckt und finanziert zu werden. In der Medienunternehmen nicht nur mit ihren Konkurrenten, sondern auch mit neuen Technologien und kreativen Ansätzen wachsen.

Für die Zukunft bedeutet das konkret, dass wir uns als Branche immer wieder hinterfragen und bereit sein müssen, neue Wege zu gehen. Wir müssen mutig genug sein, unsere Arbeit weiterzuentwickeln. Aber auch flexibel genug, um auf die sich ständig wandeln- den Bedürfnisse der Nutzer*innen einzugehen. Es geht nicht nur darum, welche Inhalte bereitgestellt werden, sondern darum, wie wir sicherstellen, dass sie die richtigen Menschen erreichen.

Und das ist der Punkt, an dem Standards und Daten zu Werkzeugen der Befähigung werden – nicht nur zur Kontrolle. Ich wünsche mir, dass der Markt an einer gemeinsamen Lösung für einen medienübergreifenden Standard arbeitet. Denn letztlich geht es darum, Menschen und Geschichten hinter den Zahlen zu sehen. Medienvielfalt bedeutet, dass jede Stimme zählt. Dass jede Perspektive und Information es wert ist, erzählt zu werden.

Am Ende dieses Traums steht eine Medienlandschaft, die nicht nur die Demokratie unterstützt, sondern sie in ihrer Vielfalt stärkt. Eine Gesellschaft, die auf Dialog, Respekt und Verständnis aufbaut, braucht Medien, die ihr dabei helfen, verlässliche Informationen zu verbreiten. Und wie heißt es so schön: Machen ist wie Wollen – nur krasser.