Cawa Younosi sagt: Digitale europäische Souveränität ist kein Nice to have, sondern eine strategische Notwendigkeit.
Ich unterstütze die digitale Souveränität Europas auf zwei Ebenen, weil ich überzeugt bin, dass dort der größte Hebel liegt. Erstens: politisch. Ich unterstütze Initiativen, Parteien und Politikerinnen, die europäische Souveränität strategisch vorantreiben. Digitale Unabhängigkeit entsteht nicht durch individuelles Nutzerverhalten, sondern durch politische Rahmenbedingungen, Regulierung und gezielte Investitionen auf europäischer Ebene.
Zweitens: ökonomisch und kulturell. Ich setze mich dafür ein, das Bewusstsein zu schärfen, dass digitale europäische Souveränität kein Nice to have ist, sondern eine strategische Notwendigkeit – und dass sie Geld kosten darf. Gerade Unternehmen müssen bereit sein, diese Investitionen zu tätigen, auch wenn europäische Lösungen kurzfristig teurer sind als amerikanische Hyperscaler.
Meiner Erfahrung nach scheitert digitale Souveränität nicht an Zustimmung, sondern an Konsequenz. In Sonntagsreden bekennen sich viele zu europäischen Werten. In Beschaffungsentscheidungen wird dann aber doch wieder der günstigere, bequemere außereuropäische Anbieter gewählt.
Wer echte Unabhängigkeit will, muss bereit sein, dafür auch einen Preis zu zahlen, sonst bleibt Souveränität ein Lippenbekenntnis…
Cawa Younosi ist Geschäftsführer der Charta der Vielfalt. Und einer von vielen, die mit uns die wachsende Gefahr der digitalen Abhängigkeit von einer zunehmend aggressiven USA diskutieren, angestoßen durch das Gedankenspiel von Florian Harms: Was passierte eigentlich, wenn in Deutschland durch US-Sanktionen Google, Microsoft, Apple, Amazon und Co lahmgelegt wären?
Lies dieses Szenario und die Statements der weiteren klugen Köpfe der Kommunikationsgesellschaft: Was tust du persönlich, um deine digitale Abhängigkeit von den USA zu verringern?