Sebastian Turner sagt: Die E-Mail als Basis-Kanal macht von Plattformen weitgehend unabhängig.
Die Frage von Florian Harms ist wichtig und zugleich noch größer. Wenn wir uns von der letzten amerikanischen Plattform unabhängig gemacht haben, dann werden wir feststellen, dass ein autoritäres Amerika (gemeinsam mit einem autoritären China und einem autoritären Russland und einem ambivalenten bis pro-autoritären globalen Süden) uns in Europa und Deutschland in eine so bedrohte Rolle bringt, dass es selbst bei vollständiger digitaler Abnabelung kaum möglich ist, einen freiheitlichen, demokratischen Rechtsstaat, wie wir ihn von den USA übernommen haben, bei uns zu erhalten.
Zur digitalen Souveränität gehört deswegen, alle nur erdenklichen Verbindungen Europas in die USA (und Kanada und Australien und Japan usw.) zu entwickeln und zu stärken, um dem Autoritarismus überall gemeinsam entgegenzutreten. Ein Beitrag von mir dazu ist der Aufbau von Table.Briefings als Medienhaus, das internationales Verständnis und Verbindungen stärkt, das die Polarisierung durch Differenzierung („Deep Journalism“) nicht weiter befördert und mit dem Basis-Kanal E-Mail von Plattformen weitgehend unabhängig ist.
Sebastian Turner ist Herausgeber der Table.Briefings. Und einer von vielen, die mit uns die wachsende Gefahr der digitalen Abhängigkeit von einer zunehmend aggressiven USA diskutieren, angestoßen durch das Gedankenspiel von Florian Harms: Was passierte eigentlich, wenn in Deutschland durch US-Sanktionen Google, Microsoft, Apple, Amazon und Co lahmgelegt wären?
Lies dieses Szenario und die Statements der weiteren klugen Köpfe der Kommunikationsgesellschaft: Was tust du persönlich, um deine digitale Abhängigkeit von den USA zu verringern?