Wilfried Große-Berg, Managing Partner bei Infokontor, sagt in der Turi.Comms-Umfrage, unter welchen Umständen klassische Pressearbeit wichtig ist. Und warum der Bedarf an guter Beratung und Strategie wächst.
Mein Ranking der besten Wege, Entscheider:innen zu erreichen
Am wichtigsten sind für mich persönliche Gespräche, danach Events. Dort zeigt sich am schnellsten, ob Vertrauen entsteht, ob man sich etwas zu sagen hat und ob aus einem Kontakt ein Mandat werden kann. Ich investiere deshalb bewusst Zeit in belastbare Netzwerke, unter anderem als Vorstandsmitglied der Schwedischen Handelskammer, außerdem in der GPRA, dem BVMW und dem BdKom. Danach kommt klassische Pressearbeit, allerdings nur dann, wenn wir als Agentur wirklich etwas Relevantes beizutragen haben. Das lohnt sich heute auch, weil gute redaktionelle Nennungen in starken Medien für Sichtbarkeit in KI-Suchen wichtiger werden. Stichwort: GEO. LinkedIn wird immer weniger wichtig und ist für mich vor allem ein Kanal zum lockeren Kontakthalten. Andere Social-Media-Plattformen spielen beim Erreichen von B2B-Entscheidern praktisch keine Rolle. Unser Grundsatz bleibt: Mit jedem Projekt bewerben wir uns für das nächste.
Was wächst?
Der Bedarf an guter Beratung und Strategie. Wir alle in der Branche erleben jeden Tag, dass Kommunikation immer komplexer und anspruchsvoller wird. Mehr Kanäle, weniger Aufmerksamkeit, mehr erklärungsbedürftige Themen. Dazu kommen Unsicherheiten durch Kriege, Klima, Regulierung und KI. Umso wichtiger wird Kommunikation, die erklärt, ordnet und Vertrauen schafft. Kommunikation übernimmt im Grunde also wieder mehr die Funktion des Reputation-Managements.
Was schrumpft?
Alles, was beliebig wirkt. Dazu gehört auch Werbung, die zu glatt, zu laut oder zu offensichtlich KI-konfektioniert ist. Entscheider wie Zielgruppen merken sehr schnell, ob etwas Substanz hat. Gefragt sind heute weniger Show und mehr Relevanz, Klarheit und handwerkliche Qualität.
»Auf welchen Kommunikationswegen erreicht ihr Entscheider?«
fragen wir bei Turi.Comms die GPRA-Agenturen und sammeln ganz verschiedene Perspektiven. Lies‘ auch die Statements von Volker Schmidt (Akima Media), Birgit Jakobs (dot.communications), Jörg Forthmann (Faktenkontor Gruppe), Jelena Mirkovic (Komm.Passion), Ingo Stader (H&C Stader), Simone Day (P.E.R. Agency) und Klaus Weise (Serviceplan Public Relations).